~Weniger ist manchmal so viel mehr~

25. November 2017 Alltägliches 1
~Weniger ist manchmal so viel mehr~

Vor ein paar Wochen hat mir mein Körper
seine Grenzen aufgezeigt
und mich von heut auf morgen ausgebremst.
Die Genesung dauerte dieses Mal
länger als sonst,
in meinem daran anschließenden Urlaub
konnte ich noch ein paar Tage Ruhe und Entspannung dranhängen.
Damit mir genau dieser
Erholungseffekt noch ein Weilchen erhalten bleibt,
heißt es nun natürlich,
nicht an der Stelle weiterzumachen,
wo ich vor knapp sechs Wochen aufgehört hatte.
Ich möchte den Dezember gern
als das genießen, was er ist:
der Monat der Harmonie und Seelenruhe,
des Friedens und der Gelassenheit,
der Zurückgezogenheit und der Atempausen.
Und der Vorbereitung auf das neue Jahr.
Leider beobachte ich schon wieder,
das sich alte Muster schnell wieder einschleichen.
Und genau das soll in diesem Jahr anders werden.
Keine Hetze nach Geschenken,
keine Jagd nach dem schönsten Baum oder der größten Gans-
wobei ich diesen Anspruch nie hatte,
ich bevorzugte die Bäume, die eh keiner wollte
und anstatt der Gans tat es auch eine Ente.
Ich wäre nicht ICH,
wenn ich mich nicht trotzdem
von dem vorweihnachtlichem Trubel anstecken lassen würde.
Heute morgen, beim Routine-Scrollen
durch Facebook,
erwischte es mich mal wieder eiskalt.
Was mach ich hier eigentlich?
Warum sitze ich schon wieder
hier und glotze auf ein Display?
Mache ich das nicht schon die ganze Zeit im Büro?
Warum scheint das Leben der anderen
interessanter als mein eigenes?
An der Stelle möchte ich betonen,
dass ich mein eigenes Leben keineswegs uninteressant
finde, im Gegenteil!
Und doch scheint die Mediensucht auch bei mir zugeschlagen zu haben,
bin ich doch kaum noch in der Lage,
eine halbe Stunde ohne Smartphone oder Tablet in der Hand zu verbringen.
Sei es zum schreiben, zum fotografieren oder zum „sich berieseln lassen“.
Dabei ist die Zeit, die dafür drauf geht,
whatsapp-Nachrichten,
Mails
oder Anrufe
zu beantworten noch nicht mitgerechnet.
Ich will und brauch das grad nicht mehr!
Entkrampfung ist das Zauberwort.
Ich möchte nicht nur reden,
sondern auch tun!
Ich möchte meine gefühlt 25 angefangenen Bücher zu Ende lesen.
Ich möchte Plätzchen backen und
kleine Überraschungen für liebe Nachbarn,
die in unserer Abwesenheit die Amazon-Sendungen entgegennehmen,
zurechtmachen und ihnen vor die Tür stellen.
Ich möchte Päckchen packen, so wie früher,
und die Menschen damit überraschen,
die meinem Herzen am nächsten sind.
Ich möchte die Aktion „Weihnachten verschenken“
unterstützen und damit Kindern eine Freude machen,
die Weihnachten im Heim verbringen.
Ich möchte ohne den Druck,
Geschenke besorgen zu müssen,
über den Weihnachtsmarkt schlendern
und heißen Punsch genießen.
Ich möchte mich weihnachtlich fühlen,
behaglich und besinnlich,
Zeit nehmen und Zeit geben,
in diesem Falle vor allem mir selbst
und meinen Liebsten.
Mein Alltag ist so schon ausgefüllt,
ich lasse mich trotzdem tagtäglich
einnehmen
von den unausgesprochenen Erwartungen
meiner Schnittstellen
in die Außenwelt.
Für mich heißt das nun ganz konkret,
dass ich mir eine digitale Auszeit gönne.
Ja, gerade jetzt!
Eine Auszeit von Facebook & Co.
Ich gehe offline
für eine Zeit,
die ich jetzt noch nicht begrenzen mag.
Vielleicht nur bis Weihnachten,
vielleicht auch länger.
Die einzige Option
die ich mir offenhalte ist mein Blog.
Derzeit fließt die Schreiberei leider überhaupt gar nicht
und je mehr ich es mir vornehme,
umso weniger Lesbares kommt dabei heraus.
Die Ideen sind da,
finden aber nicht den Weg
in die Tasten.
Egal wie oft
oder zu welcher Tages- oder Nachtzeit
ich mich an den Schreibtisch setze,
es passiert:
NICHTS!
Genauso gut
kann es aber eben auch sein,
dass sich der Moment ganz ungewollt ergibt,
an dem die Worte nur so fließen,
dann werde ich ihnen natürlich keinen Einhalt gebieten.
Aber alles ohne Gewähr!
Zur Zeit läuft nämlich gar nichts,
zumindest schreibtechnisch.
Jede Formulierung fällt mir schwer,
nach jedem Satz,
jedem Wort muss ich mühsam suchen.
Deshalb erteile ich mir an dieser Stelle
ganz offiziell die Erlaubnis
nichts zu MÜSSEN.
Ich muss nicht schreiben,
ich muss nicht reden,
ich muss nicht rennen und hetzen.
Ich mach mich frei von der Verpflichtung
ständig on Air und verfügbar zu sein.
Leicht ist allerdings was anderes.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen
eine ruhige, entstresste und behagliche Vorweihnachtszeit,
ganz nach dem Motto:

WENIGER IST MANCHMAL SOVIEL MEHR!

Eure Frau Schmidt

(C) Photo by Pinterest

 


1 thought on “~Weniger ist manchmal so viel mehr~”

  • 1
    Melanie Dunkel am 25. November 2017 Antworten

    Diese Zeilen sind einfach nur wahr und man selbst als leser sollte es sich mal zu Herzen nehmen und darüber nachdenken wie sehr man sich von Medien egal welcher art beeinflussen lässt und sich so sehr abhängig macht und sich selbst dabei vergisst.

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