~Loslassen~ (k)ein Blick zurück
Vieles habe ich losgelassen,
brauchbares, unbrauchbares, Dinge die mir
so wichtig erschienen,
Dinge an denen mein Herz hing.
Erinnerungen an meine Ehe,
meine Kindheit,
mein Studium,
diverse Jobs und Ausbildungen.
Letztenendes hat mich vieles davon belastet.
Hab es mitgeschleppt wie ein Vermächtnis,
von einer Wohnung zur anderen.
Kisten, welche seit Jahren nicht ausgepackt worden sind.
Gewonnen hab ich auch:
Licht, Luft, Raum
Platz für Neues,
Platz für Nichts,
Platz für mich.
Mit der materiellen Entrümplung scheint auch eine
Entrümplung der Seele verbunden zu sein.
Wie schwer können Dinge werden, von denen wir glauben, das brauch ich noch irgendwann, darauf habe ich lange gespart,
dieses hab ich aus dem Urlaub in xyz,
das erinnert mich an Klaus-Bärbel oder Knut-Detlef.
Sie werden so schwer, dass sie uns irgendwann erdrücken,
uns die Luft zum Atmen nehmen.
Und wenn der Druck zu groß wird hilft nur eins:
Ärmel hoch, Container auf, rein damit!
Wenn‘s richtig scheppert dabei, umso besser!
Es darf auch Spaß machen, sich von Altem, Überholtem, Verstaubtem
zu lösen.
Und zwischen dem ganzen Kram habe ich auch ein paar Schätze entdeckt:
einen süßen Liebesbrief meines Sohnes, den er mir vor Jahren zum Muttertag schrieb, meine Zeugnismappe, auf der noch Deutsche Demokratische Republik drauf steht und mein Poesie-Album, welches ich zum 10. Geburtstag bekam und was bis zur letzten Seite gefüllt ist mit Sprüchen, Bildern und Wünschen.
Das sind Glücksmomente inmitten von Staub und blauen Säcken!
„Loslassen, (k)ein Blick zurück“ passt zu 100 % zu dem, was mir nun bevor steht. Zugleich ist er eine gute Anleitung und Unterstützung für mich, denn auch ich sollte nicht jede Erinnerung und jedes Teil mit in mein neues Leben nehmen. Loslassen ist sehr schwer für mich… darum werde ich diesen Wortschatz öfters lesen.
Liebe Umärmelung