~Barfuß bis zum Nordpol~
Wie weit würdest Du gehen, für etwas, das Dir wichtig ist?
Wenn all das, wonach Du Dich aus tiefster Seele sehnst, sich Dir entzieht?
Gehst Du trotzdem weiter?
Oder gibst Du auf, stellst Dir alte Fragen immer wieder neu, bis sich die Antworten wie Eiszapfen tief in Dein Herz bohren?
Manchmal geht Dir die Luft aus, Du atmest nur noch weil es ein Automatismus ist.
Deine Wünsche und Sehnsüchte fallen Dir auf die Füße und Du stolperst über Dein eigenes Herz, was Dir zu entgleiten droht.
Fällst zurück in die Gewohnheit zu früh aufzugeben, alles für einen großen Irrtum zu halten, was Dir gestern noch so sicher schien.
Woran hältst Du Dich fest, wenn die Hoffnungslosigkeit Dich überrollt?
Wie kannst Du das Licht am Horizont sehen, wenn der Himmel voller Rauchschwaden ist?
Du verlierst Dich in Erinnerungen an Tage und Nächte voller Leben, voller Hoffnung auf Glück was so zerbrechlich ist in Deinen zitternden Händen.
Nur wenige Stunden genügen, um alles in Frage zu stellen.
Du kannst nicht aus Deiner Haut. Bist gefangen in den Fallstricken der Vergangenheit.
Du willst sie zerreißen und schaffst es doch nicht.
Der Sinn biegt sich unter der erdrückenden Schwere der Alltäglichkeit.
Aber Du kämpfst weiter, setzt Dein schönstes Lächeln auf und schwingst Dich am seidenen Faden über den Abgrund.
Du spielst Deine Rolle gut, die Rolle der Starken und immer alles-im-Griff-habenden.
Dein Lächeln überstrahlt die blauen Flecken auf Deiner Seele.
Es sind nicht die großen Stürme, die Dich zum Einsturz bringen.
Um Dein Kartenhaus in sich zusammenfallen zu lassen, genügt ein leiser Windhauch, der sich wie ein leichtes Frösteln auf Deine Haut legt.
Aufgeben ist was für Feiglinge, für Kraftlose.
Heute bist Du feige, kraftlos sowieso.
Du gibst auf, wer will Dich halten?
Morgen läufst Du weiter – barfuß bis zum Nordpol, weil es Dinge gibt – und Menschen – die sich in Dein Herz gebrannt haben.
Und auch wenn Du keine Ahnung hast, warum die Dunkelheit Dich überfällt, rücksichtslos von hinten im Bruchteil einer Sekunde, so wirst Du morgen das Licht wieder sehen, nur ganz schwach, wie durch Milchglas, aber Du wirst es sehen.
Wirst Deinen Weg unbeirrt fortsetzen, die verstreuten Teile Deines zerbrochenen Herzens wieder einsammeln, wirst Mauern überwinden und Grenzen durchbrechen, wirst Kraft tanken aus einer Quelle, von der Du heut noch nichts weißt.
Auch Umwege führen irgendwann an irgendein Ziel, egal ob Du es kennst oder nicht.
Du läufst – mit schmerzenden Blasen an den Füßen, aber Du läufst – und wenn Du dafür Deine Schuhe ausziehen musst um barfuß zu gehen.
Denn wenn Deine Augen den Weg nicht erkennen, so spüren ihn Deine Füße.
Manchmal ist es nicht wichtig zu sehen, wohin der Weg Dich führt.
Einzig wichtig ist, dass Du den Weg gehst.
Augen können irren, das Herz nicht!
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